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Stadt Heidenau korrigiert mediales Zerrbild zum Stolperstein-Beschluss

In den vergangenen Tagen ist rund um den Beschluss des Heidenauer Stadtrates zum Thema Stolpersteine ein mediales Zerrbild entstanden, dass aus Sicht der Stadt Heidenau wesentliche Inhalte und Aussagen des Beschlusses nicht vollständig wiedergibt.

Der Stadtrat hat in seiner turnusmäßigen Sitzung am 24.09.2026 in einem demokratischen Verfahren einen Beschluss zum Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror, Diktatoren, Vertreibung und des Nationalsozialismus mehrheitlich gefasst. Die Stadt Heidenau stellt in diesem Zusammenhang folgende Punkte ausdrücklich klar:

  • Gedenken soll seinen Platz im Stadtbild behalten und erweitert werden: Die Stadt möchte eine Gedenkfläche für die Opfer von Krieg, Terror, Diktatoren, Vertreibung und insbesondere des Nationalsozialismus in bestehende Gedenkorte integrieren beziehungsweise neu schaffen.
  • Stolpersteine im öffentlichen Straßenraum: Der Stadtrat hält diese Form des Gedenkens im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich aus den ausführlich und kontrovers diskutierten Gründen für nicht geeignet.
  • Keine Entfernung bestehender Stolpersteine: Die Stadt Heidenau beabsichtigt ausdrücklich nicht, die bereits vorhandenen 5 Stolpersteine zu entfernen.
  • Gedenken auf Privatgrund: Auf privaten Grundstücken bleibt es selbstverständlich den jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern überlassen, in welcher Form sie der Menschen und ihrer Schicksale gedenken möchten; auch die Verlegung von Stolpersteinen ist in diesem Zusammenhang nach wie vor eine mögliche Alternative.
  • Nordfriedhof als mögliche Alternative: Der Friedhof Heidenau-Nord wurde im Rahmen der Diskussionen als möglicher Standort für einen Gedenkort thematisiert; eine diesbezügliche Entscheidung zum Ort des Gedenkens ist aber ausdrücklich noch nicht gefallen.
  • Aktive Prüfung eines Gedenkortes: Die Stadt prüft bereits verschiedene Möglichkeiten für einen zentralen oder dezentralen Gedenkort mit dem klaren Ziel, das Erinnern in Heidenau sichtbar und würdig zu gestalten.
  • Klare Zurückweisung des Vorwurfs der Verhöhnung: Die Stadt Heidenau verwahrt sich gegen die Vorwürfe, mit dem Beschluss würden die Opfer des Holocaust verhöhnt oder ihr Andenken herabgewürdigt.

Bürgermeisterin Conny Oertel erklärt dazu:

„Mir ist wichtig, dass wir bei diesem sensiblen Thema bei den Fakten bleiben. Der Stadtratsbeschluss bedeutet weder, dass in Heidenau nicht mehr erinnert werden soll, noch dass bestehende Stolpersteine entfernt werden sollen. Genau das Gegenteil ist der Fall: Wir wollen uns aktiv mit der Frage beschäftigen, wie wir in unserer Stadt einen würdigen Ort des Erinnerns schaffen und das Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror, Diktatoren, Vertreibung und insbesondere des Nationalsozialismus sichtbar halten und weiterentwickeln können.

Dass es zu diesem Thema unterschiedliche Meinungen gibt, ist in einer demokratischen Gesellschaft selbstverständlich. Auch innerhalb jüdischer Gemeinschaften gibt es beispielsweise unterschiedliche Sichtweisen auf die Form des Gedenkens. Gerade deshalb sollten wir miteinander im Gespräch bleiben und sachlich und ergebnisoffen über die verschiedenen Möglichkeiten diskutieren.

Ich verwehre mich jedoch entschieden gegen Darstellungen, die der Stadt Heidenau, dem Stadtrat oder mir persönlich unterstellen, die Opfer des Holocaust verhöhnen zu wollen. Eine solche Aussage entspricht weder dem Inhalt des Beschlusses noch der Intention, die dahintersteht.

Erinnerungskultur braucht Respekt, Sachlichkeit und vor allem eines: Das gemeinsame Bewusstsein, dass die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus niemals verloren gehen darf.“

Conny Oertel
Bürgermeisterin

30.09.2026